Franziska Menti

Hobbies

Ich liebe es, Tiere zu trainieren (besonders meine Katze und meinen Hund), Fantasy- oder Scify-Bücher zu lesen (besonders die von Brandon Sanderson und Michael Sullivan) und Spiele zu spielen (D&D / Pathfinder, Tabletop-Spiele, Computerspiele,…).

Bei meinen täglichen Katzenspaziergängen werde ich oft gefragt, wie man einer Katze beibringt, an der Leine zu gehen oder warum ich das überhaupt mache. Diese und viele weitere Fragen beantworte ich im nächsten Abschnitt.

Leitfaden zum Katzentraining

Einführung

Zuerst zu den wichtigsten Fragen worum es in dieser Anleitung geht:

Was? Trainiere deine Katze von kleinen Tricks bis hin zu schwierigeren wie dem Leinenspaziergang.
Warum? Das Training gibt deiner Katze das Gefühl, etwas zu leisten, stärkt eure Bindung und bekämpft Langeweile.
Wie? Katzentraining ist wie das Erlernen eines Instruments. Du musst wiederholt Zeit investieren und sicherstellen, dass du mit den Grundlagen beginnst, bevor du etwas Schwieriges ausprobierst. Ich werde dich durch die einzelnen Schritte führen.
Wer? Ich lebe zusammen mit meiner 15 Jahre alten Katze Estrella und meinem 3 Jahre alten Hund Nayla. Mein Wissen über Katzentraining stammt aus dem jahrzehntelangen Schauen von Tiertrainingsserien im Fernsehen und dem Training meiner eigenen Katze.

Die Grundlagen

Die Belohnung

Zuerst müsst du herausfinden, was deine Katze motiviert. Am einfachsten ist es, wenn deine Katze futtermotiviert ist, aber es gibt auch Alternativen wie Lob, Bürsten, Spielen usw. Um herauszufinden welches das Lieblingsleckerli deiner Katze ist, lege verschiedene Leckerlis auf einem Teller aus und beobachten welches Leckerli zuerst gefressen wird. Falls deine Katze nicht besonders wählerisch ist machst du den Test am besten mehrmals. Dadurch kannst du sehen ob das zuerst Gefressene wirklich das ist was am besten schmeckt oder deine Katze einfach immer das zuerst frisst, was ihr am nächsten ist.

Katzenwahrnehmung und -denken

Katzen nehmen die Welt anders wahr als Menschen. Vom evolutionären Standpunkt aus gesehen sind sie einerseits Raubtiere und andererseits durch ihre Grösse selbst selbst in Gefahr Beute zu werden. Das bedeutet, dass sie sich durch Sinnesreize ablenken lassen können, was zu Jagd-, Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktionen führt. Es gibt viele mögliche Gründe für deine Katze nicht zu versteht was du von ihr willst. Estrella reagiert oft auf Gerüche, die ich nicht wahrnehmen kann. Wenn sie übermäßig abgelenkt zu sein scheint, versuche ich ihr zu helfen. Z.B. in dem ich mit ihr an einen anderen Ort gehe und einen ganz einfachen Trick versuche. Klappt das, dann weiss ich dass sie sich hier besser konzentrieren kann. Katzen sehen auch nicht so wie Menschen. Sie können zwar schlechter Farben sehen, aber Bewegungen besser wahrnehmen. Du kannst deiner Katze helfen etwas wahrzunehmen indem du es ein wenig bewegst. Eine Katze merkt sich den Beginn und das Ende einer Trainingseinheit am besten. Deshalb empfehle ich, mit etwas einfachem Anzufangen und das Training zu beenden, deiner Katze am meisten Spaß macht. Auf diese Weise wird sie sehr motiviert sein, wenn du die nächste Trainingseinheit beginnst.

(Foto mit schnüffelnder Katze und buschiger Katze folgt)

Der erste Trick

Vielleicht hast du schon vom Clickertraining gehört. Dabei handelt es sich um eine Trainingsform, bei der das gewünschte Verhalten durch ein Klicken eines Klickers (oder alternativ durch ein anderes Geräusch, das z. B. das eines Kugelschreibers) markiert wird. Darauf folgt dann eine Belohnung. Der Vorteil der Verwendung eines Clickers anstelle eines verbalen Lobes ist, dass es immer gleich klingt. Ich habe das Clickertraining verwendet und tue es normalerweise immer noch, wenn ich meiner Katze einen neuen Trick beibringe. Allerdings finde ich es schwierig, es während der normalen Trainingseinheiten durchzuhalten. Deshalb rate ich zu probieren, ob es für einen passt. Clickertraining beginnt man in dem man den Klick mit der Belohnung verknüpft. Verlange noch nichts von deiner Katze, sondern klicke einfach und bieten ihr gleich danach die Belohnung an. Mache das ein paar Mal, bis deine Katze beim Hören des Klicks erwartet, dass sie die Belohnung bekommt. Jetzt weiss deine Katze, warum sie das tun soll, was du beim Training von ihr möchtest. Als nächstes muss sie lernen, was sie tun soll. Welche Art von Tricks deine Katze mag, hängt von ihrem Charakter ab. Estrella liebt springende Tricks. Es wird einfacher sein, deiner Katze die Tricks beizubringen, die sie von sich aus anbietet. Der erste Trick, den ich empfehlen würde, ist “Target”. Es hilft beim Training kurze Trainingsintervalle (5-10 Minuten) zu machen, die aber mehrmals über den Tag verteilt stattfinden.

Tricks

Nasentarget

Bei diesem Trick lernt deine Katze, mit ihrer Nase ein Ziel zu berühren. Als Ziel, genannt Target, verwende ich meinen ausgestreckten Zeigefinger. Du kannst auch einen Stab oder ein anderes Target verwenden. Beginne damit, das Target vor deine Katze zuhalten und jede Aktion von ihr in Richtung Target mit einem Klick zubelohnen. Wenn Ihre Katze neugierig ist, läuft sie vielleicht sofort zum Target und schnuppert daran. In diesem Fall belohne sie sofort und versuche ob es gleich nochmals klappt. Wenn deine Katze eher zögerlich ist, versteht sie wahrscheinlich nicht was du von ihr möchtest. Dies ist völlig verständlich. Versuche dann, statt dem Endziel das Zwischenziel “Katze schaut Target an” zu erreichen. Bewege dazu das Ziel ein wenig und sobald deine Katze das Target anschaut erhält sie den Klick und die Belohnung. Wiederhole es ein paar mal und wenn deine Katze diesen Teilschritt zuverlässig ausführt erhöhen wir die Schwierigkeit. Dazu zögern wir die Bestätigung (Klick und Belohnung) weiter heraus. Als reaktion darauf wird deine Katze alles Mögliche versuchen, um an die Belohnung zu gelangen. Sobald deine Katze einen Schritt in Richtung des Ziels macht, klicken Sie und belohnen. Es ist wichtig, dass du geduldig bist und deiner Katze helfst, wenn sie nicht versteht, was sie tun soll. Wenn das Warten darauf, dass sie etwas ausprobiert, nicht funktioniert, versuche einen anderen Ansatz. Bei mir sitzt Estrella manchmal da und schnaubt, was ich so verstehe, dass sie sich über meine schlechten Lehrfähigkeiten ärgert. Bei dem obigen Trick könntest du versuchen, einen angenehmen Geruch (Futter, Katzenminze,…) auf dein Target zu bringen, um das richtige Verhalten zu ermutigen.

Pfotentarget

(Fortsetzung folgt)

Tiere können auch sehr gut durch nachahmen lernen. Zum Beispiel hat meine Hündin Nayla den Pfotentarget Trick durch abschauen bei Estrella gelernt.

Folgen

Bewege deine Hand mit dem Leckerli weg von deiner Katze. Falls sie der Hand folgt, gib ihr das Leckerli. Mit training kannst du die Zeit verlängern während der deine Katze der Hand folgt bevor sie das Leckerli bekommt.

Sprung

Estrella mag das Springen über Hindernisse. Das Training dazu habe ich mit kleinen Hindernissen begonnen über die ich Estrella meiner Hand folgen liess.

High Five

(Fortsetzung folgt)

(Fortsetzung folgt)

Balancieren

(Fortsetzung folgt)

Kriechen

(Fortsetzung folgt)

Apportieren

Für Katzen ist es natürlich, Beute zu tragen. In der Natur erbeuten sie ein Tier, tragen es irgendwohin wo sie sich sicher fühlen und fressen es dort. Trotzdem fand ich es sehr schwierig, Estrella das apportieren beizubringen. Nach viel ausprobieren und training hat es dann aber doch geklappt. Falls deine Katze bereits gerne Spielzeug oder Futter herumträgt, kannst du wahrscheinlich dieses nutzen für das Training, ansonsten empfehle ich einen Futterbeutel. Das gute an einem solchen ist, dass man ganz feines Futter / Leckerli rein tun kann welches die Katze zwar riechen, nicht aber fressen kann. Dazu ist natürlich wichtig die richtige Grösse an Futterbeutel zu benutzen. Gross genug dass sie ihn nicht verschlucken kann aber klein genug damit das Tragen noch angenehm für sie ist. Für das Apportiertraining ist es hilfreich, wenn deine Katze bereits an Geschirr und Leine gewöhnt ist (siehe Anleitung unten). Fülle den Futterbeutel mit Leckerli, wirf ihn ca einen Meter entfernt hin und sobald deine Katze sich mit dem Futterbeutel beschäftigt gib ihr etwas aus dem Beutel. Die nächsten Trainingsziele wären dann: 1. den Futterbeutel kurz tragen und 2. den Futterbeutel in deine Richtung tragen. Für letzteres ist die Leine nützlich. Eine angeleinte Katze kannst du gut leicht in deine Richtung ziehen und dann gleich mit Futter aus dem Beutel belohnen. Eine Schwierigkeit die ich mit Estrella hatte war, dass sie den Futterbeutel zwar gerne trug, ihn aber nicht mehr abgeben wollte. Dabei hat mir geholfen nicht nur einen sondern zwei Futterbeutel mit Leckerli zu benutzen. Sobald sie etwas richtig gemacht hat, habe ich ihr futter aus dem anderen Futterbeutel angeboten. Wenn sie dieses nehmen wollte musste sie ihren Futterbeutel loslassen und ich konnte diesen an mich nehmen.

(Fortsetzung folgt)

Weiteres Training

Gewöhnung

(Fortsetzung folgt)

Medizinisches Training

Beim medizinischen Training lernt deine Katze für ihre Gesundheit zuträgliches zu tolerieren. Durch Inspizierung von Körperstellen auf Veränderungen kannst du festzustellen, ob deine Katze gesund ist. Dadurch kannst du Krankheitssymptome, kleine Verletzungen oder Zecken frühzeitig wahrnehmen und bei Bedarf den Tierarzt aufsuchen. Auch die Untersuchung beim Tierarzt wird deine Katze viel weniger stressen wenn solche Berührungen für sie Routine sind.

Ich habe meiner Katze auch Zähneputzen und Krallenschneiden tolerieren antrainiert. Und zwar bewusst dann, wenn es eigentlich noch nicht nötig ist. Im alter haben Katzen oft probleme mit Zähnen oder benutzen die Kratzgelegenheiten Schmerzen im Gelenkapparat nicht mehr genug wodurch solche Pflege sinnvoll ist. Wenn man jedoch erst dann das Training beginnt, wenn die Katze Schmerzen hat (schmerzende Zähne, schmerzen wegen Artritis,…) wird das Training viel schwieriger werden. Viel gemütlicher deiner Katze dies anzutrainieren wenn man keinen Zeitdruck hat und somit auch schon das Putzen eines einzigen Zahnes oder das zurückschneiden einer einzelnen Kralle als Trainingsziel nehmen kann.

Meine 15 jährige Katze hat unter anderem fortgeschrittene chronische Niereninsuffizienz. Dies ist eine progressive Erkrankung und ich kann ihr dadurch helfen, dass ich ihr Flüssigkeit unter die Haut spritze. Das Flüssigkeit spritzen mache ich mittlerweile seit Monaten täglich und es läuft problemlos, das hätte ich mir früher nie gedacht. Hierzu darf meine Katze aus einer umfunktionierten Silikonbürste Leckerli zwischen den Noppen hinausschlecken. Währenddessen Spritze ich ihr unter die Haut was sie oft mit einem kleinen Schmerzlaut kommentiert, sie jedoch nicht hindert, weiter sich mit den Leckerli zu befassen. Am Anfang war das natürlich schwieriger. Estrella hatte nicht verstanden, wieso ich ihr Schmerzen zufüge und jeweils mit schnappen kommentiert, dass ich damit aufhören solle. Natürlich hatte auch ich wenig Übung im Spritze geben und es wahr wahrscheinlich schmerzhafter. Mein Ziel war in den ersten Wochen einfach, diese Routine mit Leckerli und Spritzversuch zu etablieren, und noch gar nicht eine gewisse menge Flüssigkeit in die Katze reinbekommen. Mit der Zeit hat Estrella gelernt, dass nach dem ersten Schmerz gar nicht mehr entsteht. Auch wenn ich mal die Spritze leicht bewegen muss, um den Flüssigkeitsfluss zu verbessern kommentiert sie das zwar mit Schmerzlaut, aber hauptsächlich um mir zu kommunizieren, dass ich extra Leckerli nachlegen muss, weil sie sonst die Kooperation bald abbricht. Mittlerweile setzt sich meine Katze schon in Erwartungshaltung bereit, wenn ich die Spritze hervornehme. Meine Rückschlüsse daraus: Regelmässige Spritzen sind nicht sonderlich schlimm für meine Katze. Der Schmerz an sich kann gut mit Leckerli ausbalanciert werden, vor allem durch ihr Wissen, dass der Schmerz bald vorbei geht und ich ihre Kommunikation ernst nehme.

An der Leine gehen

Für meine Katze ist der Spaziergang an der Leine ein Abenteuer im Vergleich zu der Zeit, die sie im Haus verbringen muss. Ich benutze eine Leine statt sie dort laufen zu lassen wo sie will weil ich in einem Vorort wohne. Mit der Leine kann ich verhindern, dass Estrella in gefährliche Situationen mit Autos oder Hunden gerät. Ich poste Bilder von meinen Katzenspaziergängen auf Instagram.

Ausrüstung

Bitte setze deine Katze nicht einfach den folgenden Gegenständen aus. Sie müssen langsam und positiv eingeführt werden.

  • Ein Geschirr: Achten darauf, dass die Riemen breit genug sind, um deine Katze nicht zu strangulieren, wenn sie sich plötzlich mit Kraft hineinbewegt, z. B. wenn sie vor Schreck einen dieser Ein-Meter-Sprünge macht.
  • Eine Leine: Ich habe eine dünne 3-Meter-Leine, bei der ich je nach Situation entscheide, ob ich sie dicht bei mir halte oder ihr die volle Länge lasse.
  • Eine Box oder Tasche zur Sicherheit, in das ich die Katze stecke, wenn Gefahr in der Nähe ist, z. B. ein unbekannter, nicht angeleinter Hund. Ich benutze diesen Rucksack gerne, weil ich Estrella damit auch gut zu schönen Plätzen tragen und dort unseren Spaziergang beginnen kann.
  • Eine Jacke oder ein Handtuch: Wenn deine Katze Angst bekommt, kannst du sie vielleicht nicht mehr anfassen, ohne gebissen oder gekratzt zu werden. Wenn du es in so einer Situation trotzdem tun musst, weil du sie zum Beispiel aus einer gefährlichen Situation herausholen musst, habe ich gerne ein Handtuch, in das ich meine Katze einwickeln kann, oder alternativ eine Jacke. Auf diese Weise sind wir beide einigermaßen sicher.

(Fortsetzung folgt)

FAQ’s

  • Können nur junge Katzen Tricks oder das Gehen an der Leine lernen? Katzen können ihr ganzes Leben lang neue Dinge lernen, genau wie Menschen. Natürlich ist es einfacher, neue Dinge zu lernen, wenn man jünger ist, aber das bedeutet nicht, dass wir aufhören sollten, es zu versuchen, wenn wir älter werden.
  • Was mache ich, wenn meine Katze nicht versteht was ich von ihr möchte? Du kannst entweder deine Katze dafür belohnen, dass sie weiter ausprobiert was sie machen soll. Oder du hilfst ihr in dem du das Ziel in Teilschritte unterteilst.
  • Hundestunde Podcast: Ein Podcast über Erziehung und Beziehung von Hunden. Ich habe entdeckt, dass viele ihrer Tipps auch mit meiner Katze helfen.
  • Katzen-Clicker-Box: Trainingsbox mit Klicker und vielen Trainingskarten.
  • Katzen Verhaltensexperten z.B. Birga Dexel